Für Euch. In Osnabrück.

Wir treten für eine innovative, leistungsrechte und freiheitliche Hochschulpolitik ein

Unsere Standpunkte

Auslandsstudium

Studenten, die ein Semester im Ausland verbringen und dort Leistungen erbringen, die ihrem Studiengang an der Heimathochschule entsprechen, sollten diese Leistungen problemlos anerkannt bekommen. Ein flexibler Umgang mit dem European Credit Transfer System (ECTS) ist hierbei essentiell. Um die Anerkennung der im Ausland erbrachten ECTS-Leistungen weiter zu vereinfachen, könnten Hochschulen mit ihren ausländischen Partneruniversitäten allgemeine oder studiengangspezifische Kooperationsverträge abschließen. Diese Verträge sollen die unbürokratische Anerkennung der im Ausland erworbenen Leistungen erleichtern.

Um Auslandsaufenthalte für mehr Bachelorstudenten attraktiver zu gestalten, ist es sinnvoll, dass Hochschulen Mobilitätsfenster in ihren Studienplänen etablieren. Eine Integration eines verpflichtenden Auslandssemesters in das Curriculum könnte zudem die Mobilität der Studenten fördern und zur Profilbildung der Studiengänge beitragen.

Ein bedeutender Schritt nach vorn wäre auch die Harmonisierung der internationalen Semesterzeiten. Dies würde es erleichtern, Studienaufenthalte im Ausland nahtlos in den Studienverlauf zu integrieren, ohne dass Studenten dadurch ein oder gar zwei Semester verlieren. Durch solche Maßnahmen könnten mehr Studenten ermutigt werden, internationale Erfahrungen zu sammeln, was ihre beruflichen Aussichten und persönliche Entwicklung erheblich bereichern kann.

Rundfunkbeiträge für Studenten

Die Einführung des Rundfunkbeitrags in Höhe von monatlich 17,98 € ab dem Jahr 2013 für jede Wohnung bedarf einer Überarbeitung, um eine gerechtere Belastung für Studenten zu gewährleisten. Während die Befreiung für BAföG-Empfänger weiterhin ein wichtiger Schritt zur Entlastung finanziell schwächer gestellter Studenten darstellt, sollte die Zahlungsverpflichtung für alle anderen Studenten auf einen Betrag von maximal 5,00 € pro Monat reduziert werden. Es ist nicht gerechtfertigt, Studenten, die in der Regel über kein regelmäßiges Einkommen verfügen, finanziell genauso zu behandeln wie vollzeitbeschäftigte Berufstätige. Diese Anpassung würde die finanzielle Situation von Studenten erheblich erleichtern und gleichzeitig den Grundsatz der Beitragsfairness stärken.

BAFÖG

Die Finanzierungsstruktur des Studiums bedarf einer gerechten Verteilung der Lasten zwischen den unmittelbaren Nutznießern – den Studenten – und der Gesellschaft insgesamt, die mittel- bis langfristig von gut ausgebildeten Absolventen profitiert. Um dies zu erreichen, ist eine umfassende Zugänglichkeit finanzieller Unterstützungsmaßnahmen für alle Studenten unabdingbar. Ein zentraler Schritt hierfür wäre eine grundlegende Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG), die eine vollständig zinslose Rückzahlung der Förderbeträge nach dem Studium vorsieht. Dies würde die finanzielle Belastung für Absolventen erheblich mindern und gleichzeitig die Bereitschaft zur Aufnahme eines Studiums fördern.

Um jedoch eine noch gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten zu gewährleisten, muss das BAföG-System dahingehend angepasst werden, dass der aktuell zurückzuzahlende Anteil des BAföG vollständig unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern gewährt wird. Eine solche Reform würde die Chancengleichheit im Bildungssystem signifikant verbessern, indem sie Studierenden aus allen sozialen Schichten den Zugang zur höheren Bildung erleichtert.

Kurzfristige Maßnahmen sollten zudem die Anhebung der Einkommensfreibeträge für die Eltern umfassen. Derzeit befinden sich viele Familien in einer prekären finanziellen Lage, da ihr Einkommen knapp über den Grenzen für eine Förderfähigkeit liegt. Eine Erhöhung dieser Freibeträge würde es ermöglichen, dass mehr Studenten finanzielle Unterstützung erhalten und somit ohne die Sorge um die Studienfinanzierung ihrem Bildungsweg folgen können. Diese Anpassungen sind notwendig, um die Bildungsgerechtigkeit zu fördern und sicherzustellen, dass das Studium nicht länger eine Frage der finanziellen Möglichkeiten, sondern eine Frage der persönlichen Eignung und des Willens zum Lernen ist.

Demokratie an Hochschulen

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) unterstreicht nachdrücklich seine Unterstützung für das Prinzip einer durch demokratische Prozesse legitimierten studentischen Selbstverwaltung an den Hochschulen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Belange und Interessen der Studentenschaft in den Entscheidungsgremien der Hochschulen durch direkt gewählte Studentenvertreter eingebracht und verteidigt werden, um eine adäquate Berücksichtigung und Gewichtung studentischer Perspektiven sicherzustellen. Jegliche Bestrebungen, diese Form der Interessenvertretung abzuschaffen oder die Zuständigkeiten auf administrative Einheiten zu übertragen, die nicht über eine direkte demokratische Legitimation verfügen, werden vom RCDS entschieden abgelehnt.

Die spezifische Ausformung der studentischen Selbstverwaltung und Interessenvertretung liegt in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer, was bedeutet, dass eine harmonisierte, bundesweit gültige Regelung in dieser Frage nicht existiert. Angesichts dieser dezentralisierten Struktur ergibt sich für die Ortsgruppen und Landesverbände des RCDS die Verpflichtung, sich aktiv und engagiert für die Implementierung und Weiterentwicklung einer demokratisch legitimierten Form der studentischen Selbstverwaltung einzusetzen, die ihren jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten und Erfordernissen am besten gerecht wird.

Der RCDS betont in diesem Zusammenhang, dass die studentische Selbstverwaltung sich auf hochschulpolitische Themen konzentrieren und ein Engagement in allgemeinpolitischen Fragen außerhalb ihres Kernbereichs vermeiden sollte. Ein allgemeinpolitisches Mandat der studentischen Interessenvertretung steht nicht im Einklang mit den Zielen des RCDS, da es die Gefahr birgt, dass hochschulpolitische Belange hinter übergeordneten politischen Positionierungen zurückstehen. Stattdessen sollte der Fokus auf der Vertretung und Förderung der spezifischen Interessen der Studierenden innerhalb des Hochschulrahmens liegen, um eine effektive und zielgerichtete Advocacy zu gewährleisten.

Exzellenzinitiative

Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen stellt eine wichtige Säule zur nachhaltigen Stärkung des Wissenschaftsstandortes und der Spitzenforschung in Deutschland dar und verbessert seine internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Mit ihren Förderrichtlinien zu Zukunftskonzepten, Exzellenzclustern und Graduiertenschulen stellt die Exzellenzinitiative allerdings ausschließlich die Förderung von guter Forschung in den Vordergrund. Gute Forschung bedingt jedoch auch gute Lehre (und umgekehrt), die jedoch in den bisherigen Ausschreibungen nicht berücksichtigt wurde!

Eine Exzellenzinitiative, die Forschung und Lehre als Gesamtpaket fördern möchte, benötigt deshalb nicht nur eine symbolische Gleichstellung beider Säulen, sondern auch eine stärkere finanzielle Förderung und Berücksichtigung des „Lehrstandortes Deutschland“.

Daher muss mit einer weiteren Förderlinie, die die Lehre in besonderer Art und Weise – ähnlich den Graduiertenschulen – fördert, die Lehre auf eine Stufe mit der Forschung gestellt und ihr somit eine höhere Priorität eingeräumt werden als bisher.

Ehrenamt neben dem Studium

Die Bedeutung einer engeren Verbindung zwischen Studium und ehrenamtlichem Engagement für die gesellschaftliche Entwicklung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Daher ist es erforderlich, dass Hochschulen entsprechende Strukturen etablieren, um diese Kombination zu unterstützen.

Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich die Situation für Studenten signifikant verändert. Während traditionelle Studiengänge oft genügend Flexibilität in der Zeiteinteilung boten, sind die Anforderungen in den neuen Studiengängen gestiegen, und auch in den traditionellen Fächern hat das Arbeitsvolumen deutlich zugenommen.

Um das Ehrenamt wirksam zu fördern, müssen Anpassungen in der Studienstruktur der neuen Studienabschlüsse vorgenommen werden. Die Schaffung von mehr Freiräumen für ehrenamtliche Tätigkeiten sowie die Nutzung erweiterter Studienzeiten, wie das 7+3- oder das 8+2-Modell, eröffnen Studenten neue Möglichkeiten, sich zeitlich flexibler zu engagieren. Studenten, die sich in hochschulpolitischen oder anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen engagieren, könnten auf ihren Wunsch hin eine Bestätigung dieses Engagements von ihrer Hochschule erhalten und dieses im Diploma Supplement vermerken lassen. Diese optionale Maßnahme ermöglicht es dem Studenten, sein ehrenamtliches Engagement bei zukünftigen Arbeitgebern als besondere Qualifikation hervorzuheben.

Der Ring Christlich Demokratischer Studenten

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (kurz: RCDS) ist mit ca. 8.000 Mitgliedern an etwa 100 Hochschulen der größte und einflussreichste Studentenverband Deutschlands. Seit seines Bestehens 1951 haben sich engagierte Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen in einem bundesweiten Studentenverband zusammengeschlossen.

  • Ring: Wir sehen uns als selbständige und unabhängige Vertretung studentischer Interessen. Gleichzeitig stehen wir im Austausch mit anderen RCDS-Verbänden über die politische Hochschulgrenze hinaus.

  • Christlich: Unsere Politik basiert auf einem christlichen Wertefundament, das einem Engagement jedweder Konfession und religiöser Überzeugung nicht entgegensteht.
  • Demokratisch: Wir bekennen uns zu der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und zu Europa.

  • Studenten: Wir als RCDS Osnabrück sind offen für alle Studenten, die unsere Grundwerte anerkennen und teilen.